André Kohlmann
| 26.09.2026

Photovoltaik im Mehrfamilienhaus: Welche Vorteile haben Eigentümer und Mieter?

Photovoltaik im Mehrfamilienhaus lohnt sich sowohl für Eigentümer als auch für Mieter: Eigentümer profitieren von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, sinkenden Betriebskosten und einer höheren Attraktivität ihrer Immobilie, während Mieter durch günstigeren Solarstrom direkt vor Ort ihre Nebenkosten senken können. Besonders relevant wird dieses Thema im Kontext moderner Neubauten, die Photovoltaik von Anfang an in ein ganzheitliches Energiekonzept integrieren. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Solarenergie im Mehrfamilienhaus.

Welche steuerlichen Vorteile bringt eine Photovoltaikanlage für Eigentümer im Mehrfamilienhaus?

Eigentümer eines Mehrfamilienhauses können eine Photovoltaikanlage steuerlich als Betriebsausgabe oder über Abschreibungen geltend machen. Die Anlage gilt als abnutzbares Wirtschaftsgut, das über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden kann. Zusätzlich entfällt seit 2023 die Einkommensteuer auf Einnahmen aus dem Betrieb kleinerer PV-Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen.

Konkret können Eigentümer folgende steuerliche Aspekte berücksichtigen:

  • Abschreibung der Anschaffungskosten: Die Investitionskosten für die PV-Anlage lassen sich über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben, was die steuerliche Bemessungsgrundlage reduziert.
  • Vorsteuerabzug: Wer die Anlage im Rahmen eines umsatzsteuerpflichtigen Betriebs betreibt, kann unter Umständen die Umsatzsteuer auf Anschaffung und Installation als Vorsteuer geltend machen.
  • Gewerbesteuerliche Erleichterung: Für Grundstücksunternehmen, die die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG nutzen, wurde die sogenannte Unschädlichkeitsgrenze für Einnahmen aus Solarstromerzeugung angehoben. Das bedeutet, dass ein größerer Anteil der Erträge aus dem PV-Betrieb nicht zur Gefährdung der gewerbesteuerlichen Kürzung führt.
  • Einkommensteuerbefreiung: Seit dem Jahressteuergesetz 2022 sind Einnahmen aus dem Betrieb von PV-Anlagen bis zu einer bestimmten installierten Leistung von der Einkommensteuer befreit, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wichtig: Die genaue steuerliche Behandlung hängt von der persönlichen Situation, der Anlagengröße und der Art der Nutzung ab. Eine individuelle Beratung durch einen Steuerberater ist vor jeder Investitionsentscheidung empfehlenswert.

Was ist Mieterstrom und wie funktioniert das Modell im Mehrfamilienhaus?

Mieterstrom bezeichnet ein Modell, bei dem der auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses erzeugte Solarstrom direkt an die Mieter des Gebäudes geliefert wird, ohne dass der Strom zuvor ins öffentliche Netz eingespeist werden muss. Mieter beziehen so Strom zu einem Preis, der in der Regel unter dem lokalen Grundversorgungstarif liegt.

Das Modell funktioniert vereinfacht so: Der Eigentümer oder ein Dienstleister betreibt die PV-Anlage auf dem Dach. Der erzeugte Strom wird über eine direkte Leitung an die Mieter im Gebäude geliefert. Überschüssiger Strom, der nicht direkt verbraucht wird, fließt ins öffentliche Netz und wird vergütet. Mieter zahlen für den Mieterstrom einen vertraglich vereinbarten Preis, der den Netzentgeltanteil reduziert, da der Strom nicht durch das öffentliche Netz transportiert wird.

Für Eigentümer bedeutet dieses Modell eine zusätzliche Einnahmequelle und eine Steigerung der Attraktivität der Immobilie. Für Mieter entsteht ein konkreter finanzieller Vorteil durch niedrigere Stromkosten. Allerdings ist das Mieterstrommodell mit administrativem Aufwand verbunden: Der Eigentümer oder Betreiber übernimmt dabei Aufgaben eines Energieversorgers, was entsprechende vertragliche und regulatorische Anforderungen mit sich bringt.

Wie viel Strom kann eine Photovoltaikanlage auf einem Mehrfamilienhaus erzeugen?

Die Stromerzeugung einer PV-Anlage auf einem Mehrfamilienhaus hängt vor allem von der verfügbaren Dachfläche, der Ausrichtung und Neigung des Daches sowie dem regionalen Sonnenangebot ab. Als grobe Orientierung gilt: Pro installiertem Kilowatt-Peak (kWp) erzeugt eine Anlage in Deutschland je nach Standort und Ausrichtung näherungsweise zwischen 850 und 1.100 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Bei einem Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten steht oft eine größere Dachfläche zur Verfügung als bei Einfamilienhäusern. Das ermöglicht Anlagen mit einer höheren Gesamtleistung. Gleichzeitig ist der Eigenverbrauchsanteil bei Mehrfamilienhäusern eine wichtige Kenngröße: Je mehr Mieter den erzeugten Strom direkt verbrauchen, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage, da der Eigenverbrauch in der Regel wirtschaftlich attraktiver ist als die Einspeisung ins Netz.

Moderne Gebäude kombinieren PV-Anlagen häufig mit Batteriespeichern, um den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen. So lässt sich tagsüber erzeugter Strom auch abends und nachts nutzen, was die Effizienz des Gesamtsystems spürbar verbessert.

Welche Kosten entstehen Eigentümern bei der Installation einer PV-Anlage?

Die Installationskosten einer Photovoltaikanlage auf einem Mehrfamilienhaus setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: den Kosten für die Solarmodule, die Wechselrichter, die Montage, die Elektroinstallation sowie gegebenenfalls einen Batteriespeicher. Je nach Größe der Anlage und baulichen Gegebenheiten können die Gesamtkosten erheblich variieren.

Folgende Kostenpositionen sind typischerweise zu berücksichtigen:

  • Solarmodule und Wechselrichter: Der größte Kostenblock bei der Anschaffung.
  • Montage und Installation: Abhängig von der Dachstruktur und der Zugänglichkeit des Gebäudes.
  • Batteriespeicher (optional): Erhöht den Eigenverbrauch, ist aber mit zusätzlichen Investitionskosten verbunden.
  • Netzanschluss und Zählerinfrastruktur: Besonders beim Mieterstrommodell entstehen hier spezifische Anforderungen.
  • Laufende Wartungskosten: PV-Anlagen sind wartungsarm, aber regelmäßige Inspektionen und gelegentliche Reparaturen sollten eingeplant werden.

Auf der Einnahmenseite stehen die Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom sowie die Einsparungen durch Eigenverbrauch. Ob und in welchem Umfang Förderprogramme in Anspruch genommen werden können, sollte im Einzelfall geprüft werden.

Profitieren Mieter wirklich von Photovoltaik im Mehrfamilienhaus?

Ja, Mieter können von einer PV-Anlage im Mehrfamilienhaus profitieren, sofern ein funktionierendes Mieterstrommodell oder eine gemeinschaftliche Gebäudeversorgung eingerichtet ist. Der konkrete Vorteil besteht in einem Strompreis, der unterhalb des üblichen Netzstrompreises liegt, was die monatlichen Nebenkosten senkt.

Darüber hinaus profitieren Mieter in energieeffizienten Neubauten von niedrigen Heizkosten, da moderne Gebäude Wärmepumpen und PV-Anlagen kombinieren. Die Wärmepumpe nutzt den selbst erzeugten Solarstrom, um das Gebäude zu heizen oder zu kühlen, was die Betriebskosten insgesamt reduziert.

Es gibt allerdings auch Aspekte, die Mieter beachten sollten: Sie sind im Mieterstrommodell vertraglich an einen Anbieter gebunden und haben eingeschränkte Wahlfreiheit beim Stromanbieter. Zudem deckt der lokal erzeugte Solarstrom in der Regel nicht den gesamten Bedarf, sodass ergänzend Netzstrom bezogen wird. Dennoch überwiegen für viele Mieter die Vorteile, insbesondere in Gebäuden mit hohem energetischen Standard.

Lohnt sich Photovoltaik besonders in Neubauten mit KfW-Effizienzhaus-40-Standard?

Photovoltaik entfaltet ihren vollen Nutzen besonders in Neubauten, die den KfW-40-Standard erfüllen, weil diese Gebäude von Anfang an auf ein integriertes Energiekonzept ausgelegt sind. Die PV-Anlage ist kein nachträgliches Add-on, sondern Teil eines durchdachten Systems aus Dämmung, Wärmepumpe und Speicher, das auf minimalen Energieverbrauch und maximale Eigenversorgung ausgerichtet ist.

Neubauten mit dem Standard KfW-Effizienzhaus 40 QNG Plus erfüllen dabei nicht nur hohe energetische Anforderungen, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien, die durch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) nachgewiesen werden. Dieser Standard eröffnet Eigentümern und Käufern Zugang zu besonders attraktiven Förderprogrammen der KfW, darunter zinsgünstige Darlehen (gemäß aktuell gültiger KfW-Konditionen, bitte auf kfw.de prüfen).

Für Kapitalanleger, die eine Neubauwohnung erwerben und vermieten möchten, ergibt sich daraus eine mehrfache Vorteilsstruktur: Die hohe Energieeffizienz senkt die Nebenkosten für Mieter und macht die Wohnung attraktiver auf dem Mietmarkt. Gleichzeitig ermöglichen Neubauten mit diesem Standard die Inanspruchnahme der Sonder-AfA nach § 7b EStG in Höhe von näherungsweise 5 % für vier Jahre sowie der degressiven AfA nach § 7 Abs. 5a EStG in Höhe von näherungsweise 5 %. In den ersten fünf Jahren lassen sich so je nach persönlicher Situation orientierungsweise bis zu 42,5 % der Herstellungskosten abschreiben. Die genaue steuerliche Wirkung hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit einem Steuerberater besprochen werden.

Die Kombination aus PV-Anlage, Wärmepumpe und Batteriespeicher, wie sie in modernen KfW-40-QNG-Plus-Gebäuden zum Einsatz kommt, schafft ein Energiesystem, das dauerhaft niedrige Wohnnebenkosten ermöglicht. Das ist sowohl für Eigennutzer als auch für Vermieter ein relevanter Vorteil, der über die gesamte Haltedauer der Immobilie wirkt.

Neubauprojekte mit KOWO Immobilien GmbH: Photovoltaik als Teil eines durchdachten Energiekonzepts

Wir bei KOWO Immobilien GmbH vertreiben ausschließlich Neubauprojekte, die den höchsten energetischen Standard mit KfW-Effizienzhaus 40 QNG Plus erfüllen. Photovoltaik ist dabei kein optionales Extra, sondern fester Bestandteil eines integrierten Energiekonzepts aus Wärmepumpen, PV-Anlagen und Batteriespeichern. Für Kapitalanleger, die nach einer planungssicheren Investition mit steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten suchen, bieten unsere Neubauprojekte in Leipzig einen strukturierten Rahmen.

Was uns dabei auszeichnet:

  • Alle Projekte erfüllen den KfW-40-QNG-Plus-Standard und ermöglichen damit den Zugang zu spezifischen Förderprogrammen und Abschreibungsmöglichkeiten.
  • Photovoltaik, Wärmepumpe und Batteriespeicher sind von Anfang an in das Gebäudekonzept integriert, was dauerhaft niedrige Wohnnebenkosten für Mieter schafft.
  • Wir begleiten Sie durch den gesamten Kaufprozess, von der ersten Information bis zur Übergabe, transparent und diskret.
  • Unsere über 30-jährige Marktkenntnis in Leipzig ermöglicht eine fundierte Einschätzung von Lage, Projekt und Marktumfeld.
  • Die Kombination aus Sonder-AfA und degressiver AfA macht unsere Projekte für einkommensstarke Kapitalanleger steuerlich besonders relevant (je nach persönlicher Situation).

Wenn Sie mehr über unsere aktuellen Projekte erfahren oder konkrete Fragen zu Energiekonzept und Fördermöglichkeiten besprechen möchten, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch.

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Angaben zu Gesetzen, Förderkonditionen und Berechnungen sind Orientierungswerte und können sich ändern oder je nach individueller Situation abweichen. Wir empfehlen vor jeder Investitionsentscheidung die Beratung durch einen qualifizierten Steuerberater. Bei Fragen zu unseren Neubauprojekten in Leipzig sprechen Sie uns gerne direkt an.